Im Zentrum des Dorfes Haselund gibt es jetzt einen modernen „MarktTreff“

Haselund sh:z / hem 18-1-2004 – Was lange währt, wird endlich gut. Getreu diesem Motto wurde jetzt der MarktTreff mit Internetcafe und angeschlossener Touristinformation eingeweiht. Allein die Baukosten für den Treff verschlangen 55000 Euro. Bis 2006 soll es landesweit 50 MarktTreffs geben, damit die Dörfer lebenswert bleiben.


Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung nahmen an der Einweihung des „MarktTreffs“ teil. Während der „Besichtigungsstunde“ mit Rundgang und anschließender Einweihungsfeier in der „Sternersburg“, waren Abteilungsleiter Hans-Christian Domeyer vom „Referat für integrierte ländliche Räume“ beim Innenministerium, mehrere der elf Gemeindevertreter, Kreistagsabgeordneter Gerd Wolf von der SPD, Abordnungen von Feuerwehr, DRK, TSV, Grundschule und Kindergarten zugegen.

Großes Lob erntete die Familie Spingel, die den im MarktTreff gelegenen Supermarkt mit hohem finanziellen Aufwand auf jetzt 640 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitert hat. „Wir bieten eigentlich alles“, freut sich Seniorchef Friedrich Spingel, der den modernen Einkaufsmarkt mit seiner Ehefrau Inge und Sohn Frank sowie zehn Angestellten betreibt. „Neben einem umfangreichen Sortiment finden Kunden bei uns eine Getränke-, Frischfleisch-, Obst- und Gemüseabteilung mit Exoten und eine Bäckerei mit Stehcafe.“

Der Leitende Verwaltungsbeamte Gerd Carstensen vom Amt Viöl lobte Gestaltung und Einrichtung. Im MarktTreff sind ein Internetcafe und öffentliche Toiletten integriert, ebenso besteht eine technische Anbindung an die Touristinformation. Das Haus liegt verkehrsgünstig an zentraler Stelle im Ort. Norbert Limberg, Projektleiter für Dorf- und ländliche Regionalentwicklung vom Amt für ländliche Räume (ALR) in Husum, beziffert die Baukosten für den „MarktTreff“ auf rund 55000 Euro: „Dafür gibt es eine 50-prozentige Förderung aus EU-Mitteln, das sind 27500 Euro.“ Eine weitaus höhere Summe haben die Supermarktinhaber zusätzlich investiert.

Interessiert sah sich auch Witzworts Bürgermeister Willi Behrend – zugleich Amtsvorsteher im Amt Friedrichstadt – um. In seiner Heimatgemeinde war unlängst der jüngste MarktTreff feierlich in Betrieb genommen worden. Angetan zeigten sich auch Landesvorsitzender Jürgen Ebeling sowie Landesgeschäftsführer Ulrich Hauschild vom Deutschen Siedlerbund, die als Partner der MarktTreff-Idee „jetzt anlässlich des Schleswig-Holstein-Tages in Flensburg mit in das Boot eingestiegen“ sind und „zum ersten Mal an der Einweihung eines MarkTreffs“ teilnahmen: „Eine schöne Sache für den ländlichen Raum.“ Weitere Partner des Projektes MarktTreff sind der Landfrauenverband und der Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB).

„Was lange währt, wird endlich gut“, betonte Haselunds Bürgermeister Jan Thormählen, „schließlich lagen die ersten Gespräche bereits fünf Jahre zurück“. Er erinnerte an den Werdegang. „Im Anschluss an unsere Einwohnerversammlung bildete sich rasch eine Arbeitsgruppe, auch aus unserer Jugendversammlung kamen positive Anregungen. Wir haben den MarktTreff in Ladelund und Witzwort besichtigt. 2004 kamen wir schließlich zur Umsetzung der Baumaßnahme, die von Architekt und Planer Manfred Hassenpflug überwacht wurde. Heute kann ich sagen: Dieser MarktTreff ist ein Aushängeschild für unser Dorf geworden.“ Thormählens Liste des Dankes war lang; dabei betonte er die gute Zusammenarbeit mit den Partnern.

Architekt Hassenpflug übergab einen „symbolischen Schlüssel“ an den Gemeindechef, der ihn an Juniorchef Frank Spingel weiterreichte. Amtsvorsteher Hans Jes Hansen überbrachte die Grüße der Amtsgemeinden und betonte: „In Sachen Zukunft auf dem Lande ist in Haselund noch nicht der letzte Schritt getan worden.“ Karina Petersen überbrachte die Grüße der Kirchengemeinde Viöl. Referatsleiter Domeyer erinnerte in seiner Ansprache daran, „dass in Haselund der 15. MarktTreff im Lande eröffnet wurde – und Ende 2006 wollen wir ein Netz von 50 derartigen Einrichtungen haben.“ Hans-Christian Domeyer teilte mit, „dass die nächsten MarktTreffs in Gülzow, Kreis Herzogtum-Lauenburg und St. Margarethen, Kreis Steinburg, eingeweiht werden“.