MarktTreff – Modell für andere Bundesländer

Berlin 24.11.2004 – „Das Modell MarktTreff hat alle Bausteine, um erfolgreich zu sein“, resümierte Innenminister Klaus Buß als Gastgeber einer Veranstaltung in der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung beim Bund in Berlin.

Am 24.11.04 sprachen namhafte Experten über Themen wie Grundversorgung, kommunale Dienstleistungen und bürgerschaftliches Engagement auf dem Land. Die Landesregierung hatte Bundestagsabgeordnete, Fachplaner, Vertreter von Einzelhandel, Verwaltung und Wissenschaft eingeladen, um auf Bundesebene über Idee, Konzept und Perspektiven des MarktTreff-Konzepts zu informieren.

„Mit ihrem Mix verschiedener Angebote unter einem Dach realisieren sie heute schon zukünftige Anforderungen der Bürgergesellschaft“, so Yves Michels von der Bertelsmann Stiftung. „Sie sind auf dem richtigen Weg und damit Modell für andere Bundesländer“, lobte der Experte die Schleswig-Holsteinische Landesregierung.

Podiumsdiskussion mit Gastgeber
Innenminister Klaus Buß (Mitte)

Dr. Kathrin Andrae vom Hauptverband des deutschen Einzelhandels betonte den generellen Strukturwandel im Einzelhandel. MarktTreffs seien keine Selbstläufer und müssten immer wieder flexibel an die Anforderungen der Kunden angepasst werden. „Das verlangt viel Einsatz und Engagement von den Betreibern“, so Andrae. Was Heinz-Jürgen Harms, Betreiber des MarktTreffs Kirchbarkau (Kreis Plön) bestätigte: „Wir sind sieben Tage die Woche für alle Generationen da. Und unser Dienstleistungsangebot ist enorm vielfältig. Das Wichtigste: persönliche Atmosphäre und Service.“

Prof. Dr. Thomas Krüger von der TU Hamburg-Harburg sieht die Idee der MarktTreffs als erfolgversprechenden Trend für Land und Stadt: „Funktionen bündeln, Begegnungspunkte schaffen, Erlebnisse gestalten – das macht Lebensqualität aus.“ Dr. Willy Diercks, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds, kann sich darüber hinaus vorstellen, dass MarktTreffs zu zentralen Begegnungsorten von Vereinen und Verbänden werden. „Und damit tragen sie wesentlich zu einem neuen Heimatgefühl bei.“

Für Jörg Bülow, Landesgeschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetags, sind zwei Faktoren ganz wesentlich für den Erfolg der MarktTreff-Idee: Engagierte Bürger in Gemeinden, Ämtern, Vereinen und Verbänden. „Dazu kommt der Faktor Geld: Gemeinden müssen auch in Zukunft in der Lage sein, ihren Teil der Investitionskosten beizusteuern.“

Carlo Jolly vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, Medienpartner der MarktTreffs, berichtete über die Zusammenarbeit mit Bürgern vor Ort. „Wir testen zur Zeit eine gläserne Redaktion. Bürgerinnen und Bürger können live dabei sein und zuschauen, wie die Zeitung von morgen entsteht.“

„MarktTreffs haben dazu beigetragen, Grundversorgung zu sichern und Lebensqualität auf dem Lande deutlich zu verbessern“, so abschließend Innenminister Buß. In Schleswig-Holstein gibt es heute 15 solcher Zentren, 13 sind in Planung. In den nächsten Jahren sollen landesweit rund 50 MarktTreffs entstehen. „In Deutschland gibt es nichts Vergleichbares“, sagte der Minister, „das hat die heutige Veranstaltung eindrucksvoll unterstrichen.“