Bundespräsident Steinmeier in Sehestedt:
Lässt sich die MarktTreff-Idee
nicht in andere Bundesländer exportieren?

S e h e s t e d t / K i e l   MT 10.10.2017 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich gemeinsam mit Ministerpräsident Daniel Günther über das schleswig-holsteinische MarktTreff-Modell bei einem Besuch im Sehestedter KanalTreff am Nord-Ostsee-Kanal informiert. Im Anschluss betonte er auf dem Gemeindekongress des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages, auf dem auch das MarktTreff-Projekt vertreten war, dass ehrenamtlich Engagierte und Kommunen die Basis unseres demokratischen Systems seien.

 

Kaum waren Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender sowie Ministerpräsident Daniel Günther und seine Frau Anke in Sehestedt aus den von Polizeimotorrädern eskortierten Limousinen ausgestiegen, wurden sie von Bürgermeisterin Rita Koop, Amtsdirektor Andreas Betz, MarktTreff-Betreiber Holger Petersen und MarktTreff-Projektmanager Ingwer Seelhoff begrüßt. Zudem erwarteten Mädchen und Jungen des örtlichen Kindergartens – mit Schleswig-Holstein- und Deutschland-Fähnchen in ihren Händen – die hochrangigen Gäste. Als Steinmeier fragte, ob sie denn auch ein Lied singen könnten, legten sie so munter los, dass noch eine zweite Strophe gefordert wurde.

 

Zeigten sich beeindruckt von der MarktTreff-Idee und der Umsetzung in Sehestedt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender sowie Ministerpräsident Daniel Günther (r.) und seine Frau Anke (2. v. r.).

 

 

Im MarktTreff Sehestedt machte Ulrike Schultz, die sich um den Laden kümmert, gleich ein Selfie mit dem Präsidenten und seiner Frau.

  Sehestedts Bürgermeisterin Rita Koop stellte Bundespräsident Steinmeier zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde vor, so auch Monika Metzger als Leiterin der Spanischkurse.

 
Das „Notfallgericht“ wurde während des Bundespräsidenten-Besuchs von den Gästen gern genutzt.

  Elke Büdenbender ließ sich von Renate Ahlmann vom Seniorenbeirat (rechts) über Sehestedt informieren.
Aufmerksam hörten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender zu, als Projektmanager Ingwer Seelhoff (links) im Beisein von Amtsdirektor Andreas Betz und Bürgermeisterin Rita Koop (Mitte) die Besonderheiten der schleswig-holsteinischen MarktTreff-Idee und der Umsetzung in Sehestedt schilderte.


 
Die Sehestedter Kanal-Königin Katrin Naeve (r.) ließ sich gleich mit Ministerpräsident Daniel Günther fotografieren, Madeleine Materzok (l.)und Sol Metzger vom Jugendbeirat durften gleich mit aufs Bild.
 
  Intensive Gesprächsrunde mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Unternehmer Torsten Levsen (Mitte) und Amtsvorsteher und Bürgermeister von Borgstedt, Gero Neidlinger (links)
 
 
MarktTreff-Kundin Helga Petersen und Monika Utermöhlen vom Seniorenbeirat (2. v. r.) sprachen mit dem Bundespräsidenten und seiner Frau über die Vorteile des MarktTreffs.

  MarktTreff-Betreiber Holger Petersen (l.) unterhielt sich angeregt mit Ministerpräsident Daniel Günther.


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) und seine Frau Elke Büdenbender (3. v. r.) sowie Ministerpräsident Daniel Günther (Mitte) und seine Frau Anke (5. v. l.) ließen sich von Projektmanager Ingwer Seelhoff (l.) die Grundidee und Umsetzung von MarktTreffs erläutern. Bürgermeisterin Rita Koop (3. v. l.), Amtsdirektor Andreas Betz (2. v. l.) und MarktTreff-Betreiber Holger Petersen (2. v. r.) standen für Nachfragen bereit.

   
Zum Abschluss trug sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Goldene Buch der Gemeinde Sehestedt ein.

   

Im MarktTreff-Laden erläuterte Ingwer Seelhoff vom landesweiten MarktTreff-Projekt die Philosophie und Erfolgsbausteine der schleswig-holsteinischen „Erfindung“ MarktTreff. Der Bundespräsident zeigte sich überzeugt von dem Ansatz, als gemeinsames, tragendes Fundament für das Nahversorgungsmodell auf Gemeinde, wirtschaftlichen Partner sowie Bürgerinnen und Bürger mit ihrem ehrenamtlichen Engagement zu setzen. MarktTreff-Betreiber Holger Petersen schilderte die Entwicklungsgeschichte dieses besonderen MarktTreff-Standortes direkt an der Sehestedter Kanalfähre – vom unbeheizten, sechs Quadratmeter großen Bauwagen als Imbissbude bis zum heutigen MarktTreff KanalTreff Sehestedt mit Imbiss, Lebensmittelladen mit vielen regionalen Produkten, Bürgerraum, Bürgermeisterin-Büro, gemeindlichem E-Mobil, freiem WLAN und Bürgerinformationssystem als praktischem Nutzen der Digitalisierung im ländlichen Raum. Beim anschließenden Gespräch mit 22 eingeladenen Gästen aus dem Dorf und der Region servierte Petersen Currywurst mit Pommes und Fischbrötchen – „auch in solchen besonderen Situationen bleibe ich da meiner Linie treu“.

 

Im direkten Gespräch mit Projektmanager Ingwer Seelhoff ging der Bundespräsident auf das Modellhafte der MarktTreff-Idee ein und regte an: „Ist das nicht eine Idee, die sich gut in andere Bundesländer übertragen lässt?!" So wunderte es das Staatsoberhaupt nicht, dass es bereits zahlreiche Kontakte aus dem In- und Ausland zu dem schleswig-holsteinischen Projekt gibt.

 

Steinmeier hob zum Ende seines Besuchs heraus, er habe die Reise in den Norden gemacht, um die Vielfalt Schleswig-Holsteins kennenzulernen. Das sei auf wirklich hervorragende Art und Weise gelungen. Es habe unterschiedliche Höhepunkte gegeben. Dazu gehörten das Gespräch mit den nationalen Minderheiten, der Besuch eines Unternehmens, das die Energiewende weiterdenke, und „Gespräche mit denjenigen, die sich darum kümmern, dass es in den kleineren Orten nach wie vor Möglichkeiten eines Treffpunktes – einen MarktTreff – gibt“ (Videos vom Besuch des Bundespräsidenten: hier).

 

 
Bürgermeister Wolfgang Rudolph aus Wester-Ohrstedt tauschte sich auf dem Gemeindekongress mit Kerstin Rönick vom MarktTreff-Projektmanagement aus.
 
  Offizielle Reden wie die des Bundespräsidenten und Fachvorträge fanden auf dem Gemeindekongress des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages im Konzertsaal des Kieler Schlosses statt.

 
Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gemeindekongresses informierten sich am MarktTreff-Stand.

  Zwei MarktTreff-Bürgermeister im Gespräch: Peter Krey aus Beidenfleth (Kreis Steinburg, l.) und Volker Langholz aus Tetenhusen (Kreis Rendsburg-Eckernförde)
 

Auf dem Gemeindekongress des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages im Kieler Schloss trafen sich am MarktTreff-Stand Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Amtsvertreter zum regen Austausch. Aktuelle Entwicklungen in MarktTreff-Dörfern standen dabei ebenso im Fokus wie Anfragen, um einen MarktTreff passend für die Gemeinde zu entwickeln.

 

Gemeinsam machten auf dem Gemeindekongress die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins und das MarktTreff-Projekt auch auf den Landes-Wettbewerb 2018 „Unser Dorf hat Zukunft“ aufmerksam. Bis zum 16. März 2018 haben Gemeinden die Möglichkeit, sich an dem vom Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein ausgerichteten Wettbewerb zu beteiligen (weitere Informationen: hier).