Bundes-Jury nahm Gemeinde Rantrum unter die Lupe –
Auszeichnungen für MarktTreffs Brodersby und Rantrum

R a n t r u m / B r o d e r s b y  MT 24.06.2016 – Es ist ein bisschen so, als ob der Bus des Nationalteams auf den Vorplatz der Rantrumer Eventhalle rollt – abgetönte Scheiben, auffällige Beklebung. Doch die macht deutlich, wer da kommt: die Bundesbewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Drei Stunden lang nahm jetzt die Jury die Siegergemeinde des schleswig-holsteinischen Landes-Wettbewerbs unter die Lupe, dabei auch den MarktTreff, der gerade vom Handelsverband Nord ausgezeichnet wurde. Ebenfalls auf der Bundesebene präsent: der MarktTreff Brodersby, in dem die Poststelle Jubiläum feierte und mit einer Urkunde geehrt wurde.

 

Ein Chor Rantrumer Kinder begrüßte die Bundesjury vor der Eventhalle, in der Bürgermeister Horst Feddersen im Gespräch mit zahlreichen ehrenamtlich Aktiven und Unternehmern aus der Gemeinde die Vorzüge und kontinuierliche Entwicklung des heute rund 1.900 Einwohner zählenden Dorfes in Nordfriesland erläuterte. Auf einer Rundfahrt durch Rantrum besichtigte die Jury Landschaftsflächen, Kindergarten und MarktTreff. Dort erläuterte Betreiber Michael Otto der zwölfköpfigen Bewertungskommission die Idee und Umsetzung des Multifunktionszentrums. Vor einer Abschlussrunde in der Eventhalle zogen die „North Frisian Pipes & Drums“, eine Rantrumer Dudelsack-Band, die Jurymitglieder in ihren Bann.

 

 

Juryvorsitzender Elmar Hemke, Bürgermeister von Sommerach im bayerischen Landkreis Kitzingen, mochte verständlicherweise kein abschließendes Urteil wagen, gab den Rantrumern aber mit auf ihren weiteren Weg: „Sie spielen bereits in der Champions League – wir nehmen den Eindruck dieses tollen Gemeinschaftsgeistes der Rantrumer Bürger mit.“

 

 

Bis zum 7. Juli ist die Bewertungskommission noch in 13 deutschen Bundesländern unterwegs, um sich jeweils vor Ort von den 33 Kandidaten-Gemeinden ein Bild zu machen. Anschließend wird verkündet, welche erfolgreichen Kommunen mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen ausgezeichnet werden. Nach der Silbermedaille für Rantrum im Jahr 2001, hofft die Gemeinde nun natürlich auf eine goldene Auszeichnung. Der Bundeswettbewerb steht unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck, die Siegerehrung soll im Januar 2017 in Berlin stattfinden. Bereits jetzt hätten die Rantrumer mehrere Busse reserviert, heißt es, um in der Bundeshauptstadt mit vielen Bürgerinnen und Bürgern dabei zu sein ...

 

Generationenfreundliches Einkaufen in Rantrum

 

Wenige Tage nach dem Jury-Besuch wurde dem MarktTreff in Rantrum bereits eine Auszeichnung verliehen: Der Topkauf-Laden von Michael Otto wurde mit dem Qualitätszeichen für generationenfreundliches Einkaufen des Handelsverbands Nord (HV Nord) ausgezeichnet. Der Lebensmittelmarkt erfüllt alle Kriterien, die der Handelsverband bundesweit für generationenfreundliche Handelsunternehmen definiert hat. Dabei geht es um messbare Kriterien, die das Einkaufen für Kunden jeden Alters mit und ohne Handicap so angenehm wie möglich machen.

 

„Wir freuen uns über diese Auszeichnung, denn wir sind wirklich ein Markt für Jung und Alt“, sagt Otto. „Egal ob sie mit dem Kinderwagen, dem Rollator oder dem Rennrad unterwegs sind - alle sind willkommen. Bei uns wird keiner gehetzt – wir nehmen uns Zeit.“ Michael Otto nahm die Urkunde entgegen, die HV Nord Geschäftsführerin Monika Dürrer für das erfolgreiche Bestehen der Zertifizierung überbrachte. „Bei der Überprüfung der Geschäfte achten wir zum Beispiel auf breite Gänge, helle, angenehme Beleuchtung, rutschfeste Böden, gut lesbare Schriften, Übersichtlichkeit und eine gute Orientierung im Geschäft sowie Ablageflächen an Bedientheken und im Kassenbereich, damit es auch hier zügig und bequem geht“, so Dürrer. „Und natürlich achten wir auch auf freundliches und hilfsbereites Personal. Schließlich sind es immer noch Menschen, die den Handel prägen.“

 

Markt-Treff und Post-Filiale in Brodersby: zwei Konzepte gehen auf

 

In Brodersby in Angeln bietet die Gemeinde seit vielen Jahren ihren Bewohnern und Touristen einen zentralen Ort zum Klönen und zur Grundversorgung: den MarktTreff. In ihm betreibt sie auch eine Filiale der Deutschen Post, die jetzt ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Aus diesem Grund zeichnete die Deutsche Post ihren Filialpartner mit einer Urkunde und einer eigens für das Jubiläum konzipierten Briefmarke „20 Jahre Filial-Partner“ für die gute Zusammenarbeit aus.

 

 

Post-Jubiläum in Brodersby: Magda Lüdrichsen, Bürgermeister Bernd Blohm, Vertriebsmanager Helge Gramkow und Hilke Hansen-Schulz (v. l. n. r.).   Magda Lüdrichsen (links) und ihre Kollegin Hilke Hansen-Schulze sind seit vielen Jahren für die Post-Kunden im MarktTreff Brodersby an der Schlei da.

 

„Hier wird Dorfgeschichte gemacht“, sagte Bernd Blohm, Bürgermeister in Brodersby, in seiner kleinen Ansprache zum 20-jährigen Bestehen der Postfiliale – und dabei schmunzelte er. Die Tische vor dem Posttresen im MarktTreff sind beliebt bei Dorfbewohnern und Touristen. Dort gibt es Kaffee, Brötchen und Kuchen und die neuesten Nachrichten aus dem Ort aus erster Hand. „Hinter dem Posttresen aber herrscht absolute Verschwiegenheit“, betont Blohm die vorbildliche Einhaltung des Postgeheimnisses durch die beiden Mitarbeiterinnen Magda Lüdrichsen und Hilke Hansen-Schulz am Schalter.

 

Die Post-Filiale in Brodersby ist eine von rund 13.200 Partner-Filialen der Deutschen Post bundesweit. Eröffnet wurde sie 1996 zunächst im Dorfmuseum, zog dann 2007 in den neuen MarktTreff. „Hier in Brodersby fällt mir besonders das Persönliche auf“, so Helge Grambow, Vertriebsmanager der Deutschen Post, „für jeden gibt es ein persönliches Wort.“


Neue Rezeptideen der schleswig-holsteinischen LandFrauen gesucht –
MarktTreff auf dem LandFrauenTag und
dem Bundestreffen der Regionalbewegung

R e n d s b u r g  MT 14.06.2016 – Schleswig-holsteinische LandFrauen verstehen etwas von regionalen Produkten und vom Kochen. So gibt es jeden Monat ein neues Rezept von ihnen auf der MarktTreff-Internetseite. Jetzt sucht der LandFrauenVerband Schleswig-Holstein, der offizieller Partner des MarktTreff-Projektes ist, die leckersten Rezepte aus dem Land zwischen den Meeren für ein neues Kochbuch.

 

Die Rezeptsammlung, die gemeinsam mit dem Ellert & Richter Verlag entsteht, soll eine kulinarische Brücke zwischen Tradition und Moderne schlagen. Gesucht werden einfache, schnelle und leichte Rezepte aus dem nördlichsten Bundesland. Teilnehmen können alle Mitglieder von schleswig-holsteinischen LandFrauenVereinen. Rezepte sind bis zum 30. Juni 2016 zu senden an: LandFrauenVerband Schleswig-Holstein e. V., z. Hd. Frau Ulrike Michaelis, Grüner Kamp 15-17, 24768 Rendsburg oder info@landfrauen-sh.de.

 

„Eine qualifizierte Jury wird die besten Rezepte für das Buch auswählen", sagt Nele Süß, Pressesprecherin des LandFrauenVerbandes. „Wir sind schon ganz gespannt auf die Kochvorschläge."

 

Das Thema Kochen hatte auch beim diesjährigen LandFrauenTag in den Neumünsteraner Holstenhallen großes Gewicht. „Regional oder international, Genuss oder Reue: Was wollen wir essen?" war das Treffen der rund 2.000 LandFrauen aus allen Landesteilen überschrieben. Stargast war Léa Linster, die Erfolgsköchin aus Luxemburg, die bisher als einzige Frau der Welt den Bocuse d'Or, den Oscar der Gastronomie, gewonnen hat. Linster rief mit Überzeugungskraft und viel Charme dazu auf, sich nicht den Fertigprodukten zu ergeben: „Habt wieder Freude am Kochen, möglichst mit frischen, regionalen Produkten."

 

 

MarktTreff Schleswig-Holstein präsentierte im Foyer den aktuellen Stand des Nahversorgungsprojektes. In zahlreichen Gesprächen mit LandFrauen aus bestehenden oder geplanten Standorten, aber auch aus Dörfern, wo das Thema erst in den Blickpunkt rückt, ging es um viele Aspekte der MarktTreffs.

 

Stark nachgefragt war das MarktTreff-Modell auf dem 8. Bundestreffen der Regionalbewegung in Hamburg. Vier Tage lang trafen sich in der Elbmetropole Experten, die sich intensiv mit regionalen Produkten und Entwicklungen vorrangig in ländlichen Räumen beschäftigten.

 

 

 

Heiner Sindel, Vorsitzender der Regionalbewegung, begrüßte die Teilnehmer des 8. Bundestreffens der Regionalbewegung.   In Podiumsdiskussionen und Workshops wurden verschiedene Aspekte der regionalen Nahversorgung diskutiert.

 

In einer Auftaktrunde zum Thema „Stellenwert der Regionalbewegung in Norddeutschland" diskutierten Dr. Silke Schneider (Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume), Christian Meyer (niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Markus Pitz (Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) sowie Prof Dr. Franz-Theo Gottwald von der Schweisfurth-Stiftung. Dabei wurde deutlich, dass staatlich verordnete Zusammenarbeit als nicht zielführend angesehen wird – stattdessen wird auf die Initiative der Akteure „von unten" gesetzt und dabei die Möglichkeit der Unterstützung geprüft. Als ein bundesweit anerkanntes Modell von Multifunktionalität und Zusammenarbeit habe sich das MarktTreff-Modell erwiesen, betonte Staatssekretärin Schneider. Dabei werde nicht auf institutionelle Förderung, sondern auf die Unterstützung des infrastrukturellen Anschubs gesetzt. Prof. Gottwald plädierte in seinen Ausführungen dafür, einen „Bruttoinlands-Glücksindex für gutes Leben" einzuführen.

 

In mehreren Workshoprunden wurden unter anderem Themen wie „Glaubwürdige Regionalität", „Regionalität in der Metropole", „Regionalbanken", „Klimaschutz durch kurze Wege" und „Regionallogistik für Regionalvermarktungsinitiativen" behandelt. Im Workshop „Was ist Nahversorgung? Was braucht Nahversorgung? – regional und multifunktional" stand auch MarktTreff im Fokus. Insbesondere Fragen zur erfolgreichen Vernetzungsstrategie und des kontinuierlichen Erfahrungsaustausches musste Ingwer Seelhoff vom Projektmanagement MarktTreff Schleswig-Holstein beantworten.