MarktTreff legt noch stärkeres Gewicht auf Qualität

Änderungen im MarktTreff-Projekt:

G r o ß W i t t e n s e e MT 20.03.2006 – Aktuelle Entwicklungen im MarktTreff-Projekt, Veränderungen in der Förderstruktur, höhere Anforderungen an MarktTreff-Projektleiter, die Gemeinden beim Aufbau von MarktTreffs begleiten – es gab eine Reihe von Themen bei der Informationsveranstaltung, zu der die Akademie für die Ländlichen Räume Planungsbüros aus ganz Schleswig-Holstein eingeladen hatte.


„Aus den Erfahrungen mit den bestehenden MarktTreffs lernen wir ständig dazu“, sagt Hermann-Josef Thoben vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR). „Mit den neuen Erkenntnissen entwickeln wir das Projekt kontinuierlich weiter und passen es an die veränderten Rahmenbedingungen an. Wir werden noch stärker darauf hinwirken, dass künftig nur MarktTreffs gefördert werden, die die Gesamtphilosophie mit den drei Säulen Kerngeschäft, Dienstleistungen und Treffpunkt umsetzen.“ Dazu gehört, dass künftig alle Gemeinden, die einen MarktTreff planen, eine MarktTreff-Projektleitung beauftragen müssen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Gemeinde durch die Einbindung eines qualifizierten Projektleiters ihren MarktTreff schneller und effizienter entwickeln könne, so Thoben.

Auch das Leistungsbild für MarktTreff-Projektleiter hat sich verändert. Mit hoher Professionalität soll das gesamte Spektrum der Entwicklung eines MarktTreffs gesteuert werden. Die Bearbeitung von speziellen Fachfragen (z. B. Wirtschaftlichkeitsprüfung) kann im Unterauftrag an externe Gutachter vergeben werden. „Für die Gemeinden ist es wichtig, dass potenzielle MarktTreff-Projektleiter die MarktTreff-Philosophie sehr gut kennen, die Abläufe professionell managen und sich insgesamt damit identifizieren. Das gibt den Gemeinden Sicherheit“, sagt Frank Eisoldt vom MarktTreff-Projektmanagement auf Landesebene. Dass viele Planungsbüros aus Schleswig-Holstein an dieser Informationsveranstaltung teilgenommen hätten, spreche für Bekanntheit und Attraktivität des MarktTreff-Projekts, so Eisoldt.

Eine Aufgabe der MarktTreff-Projektleiter, die künftig stärkere Bedeutung haben wird, ist es, bürgerschaftliches Engagement in den MarktTreffs dauerhaft zu mobilisieren. Nur ein MarktTreff, in dem Angebote und Funktionen gebündelt werden und mit dem sich Bürgerinnen und Bürger identifizieren, wird langfristig tragfähig sein. Für den Treff-Bereich, der gemeinsam mit dem Kerngeschäft eine tragende Säule im MarktTreff darstellt, sollen möglichst bereits in der Entwicklungsphase dauerhafte Strukturen – zum Beispiel durch einen Verein – geschaffen werden. Auch ein bestehender Verein kann diese Aufgabe übernehmen. Durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger soll der gesamte MarktTreff unterstützt und dauerhaft getragen werden. Die Form der Unterstützung kann dabei entsprechend den örtlichen Bedürfnissen ganz individuell sein: Beispielsweise durch Organisation von Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten, Unterstützen des Betreibers im Kerngeschäft oder durch Organisieren von Marketingmaßnahmen wird der MarktTreff im Gespräch gehalten.

Nach der Information über die neuen Anforderungen an geplante MarktTreffs und an die sie begleitenden Projektleiter gab es für die Planer die Möglichkeit zur Diskussion, die gleichzeitig für einen Erfahrungsaustausch genutzt wurde. Im Anschluss daran gaben Christina Pfeiffer und Hermann-Josef Thoben aus dem MLUR einen Ausblick auf die Veränderungen in der Förderstruktur ab 2007. Auch wenn insgesamt weniger Geld für die ländlichen Räume zur Verfügung stehen sollte, so Thoben, werde das MarktTreff-Projekt weiter hohe Priorität genießen, nicht zuletzt wegen der positiven Beschäftigungswirkung.