Minister Robert Habeck besucht 37. MarktTreff:
Sehestedter KanalTreff bietet viel
mehr als "Currywurst mit Panoramablick"

S e h e s t e d t   MT 20.03.2017 – Der weithin bekannte frühere Kult-Imbiss am Nord-Ostsee-Kanal in Sehestedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat sich jetzt zu einem ganz besonderen MarktTreff entwickelt. „Die Sehestedter Bürgerinnen und Bürger haben ein weiteres exzellentes Beispiel dafür geschaffen, wofür unsere MarktTreffs in Schleswig-Holstein stehen: eine alle verbindende Idee – maßgeschneidert für das jeweilige Dorf umgesetzt“, sagte Dr. Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, jetzt bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung.

 


 
Sehestedts Bürgermeisterin Rita Koop begrüßte Minister Robert Habeck im neuen MarktTreff am Nord-Ostsee-Kanal.   MarktTreff-Betreiber Holger Petersen freute sich über die gelungene Eröffnung von MarktTreff und KanalTreff-Imbiss.

 

Der neue MarktTreff „Sehestedter KanalTreff“ – der 37. MarktTreff in Schleswig-Holstein – wurde am 19. Dezember 2016 eröffnet. Das architektonisch beindruckende neue „Ortszentrum“ von Sehestedt beherbergt außer dem bekannten Imbiss einen Dorfgemeinschaftsraum für Veranstaltungen und einen kleinen Lebensmittelmarkt. Der kleine Laden stellt zum einen die Versorgung der Menschen aus dem Ort und der Umgebung sicher, zum anderen bietet er für Gäste, Urlauber, Radfahrer, Motorradfahrer und Wohnmobilisten, bei denen der „KanalTreff“ als touristische Destination sehr beliebt ist, ein stark regional geprägtes Sortiment.

 


 
Frisches Obst und Gemüse im MarktTreff Sehestedt: Bürgermeisterin Rita Koop und Minister Robert Habeck griffen zu.
  Dr. Juliane Rumpf, Gemeindevertreterin in Sehestedt und Vorgängerin von Robert Habeck im Ministerium, im Gespräch mit Fotograf H. Dietrich Habbe

 

Für eine zusätzliche Überraschung an dem Festtag sorgten die Geschäftsführer der Windpark Sehestedt GmbH, Torsten Levsen und Cay Ahlmann, die zum einen symbolisch einen Spendenscheck für das MarktTreff-Projekt über 135.000 Euro, zum anderen aber auch noch einen brandneuen Renault Zoe als E-Mobil an die Gemeinde übergaben. Das Fahrzeug hat eine Reichweite von rund 300 Kilometern. „Damit macht ein Projekt der AktivRegionen Schule“, so Minister Habeck. „Das zeigt, wie viele Ideen für nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum entstehen, weitergetragen und Wirklichkeit werden.“ Nach Wester-Ohrstedt (Kreis Nordfriesland) ist nun in einer zweiten MarktTreff-Gemeinde ein Elektro-Mobil im Einsatz.

 
Bürgermeisterin Rita Koop und Minister Robert Habeck vor dem modernen Gebäude des neuen MarktTreffs Sehestedt


 
Gesprächsrunde im Festzelt (v. r. n. l.): Minister Robert Habeck, Ministeriumsmitarbeiterin Christina Pfeiffer (MarktTreff-Projekt), Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli und Hermann-Josef Thoben (Akademie für die Ländlichen Räume)
  Regionale Produkte sind der Schwerpunkt in dem Sehestedter Dorfladen, der direkt neben Imbiss und Treffraum im neuen MarktTreff untergebracht ist.
     
MarktTreff-Betreiber Holger Petersen mit Ulrike Schultz, die sich um den Laden kümmert.
  Das gespendete Elektro-Auto für die Gemeinde wurde gleich beim MarktTreff vorgeführt und parkte neben der Skulptur, die die Künstler Inga Aru und Wolfgang Gramm stifteten.

 

Minister Habeck lobte den Sehestedter MarktTreff insbesondere für die Vielfalt bei den angebotenen regionalen Lebensmitteln. Dies stärke die regionale Wertschöpfung und könne für andere MarktTreffs im Land als Vorbild dienen. Das Gemüse stammt beispielsweise vom Biohof Wischhof aus Sehestedt, der Käse aus der Käserei Holtsee, die Freiland-Eier vom Eierhof Holtsee, Wurst- und Fleischwaren aus der Schlachterei Neidhardt, die Backwaren von der Bäckerei & Konditorei Stabler aus Borgstedt.

 

   
Führung durch dern MarktTreff (v. l. n. r.): Bürgermeisterin Rita Koop, Kreispräsident Lutz Clefsen und die Landtagsabgeordneten Daniel Günther und Serpil Midyatli   Robert Habeck erkundigte sich gleich bei Ladenmitarbeiterin Ulrike Schultz über das Geschäft im MarktTreff.


Minister Habeck gratulierte Bürgermeisterin Rita Koop und MarktTreff-Betreiber Holger Petersen zu diesem zukunftsweisenden Vorhaben und appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, ihr neues Schmuckstück am Kanal mit der tollen Aussicht auch intensiv zu nutzen. Zu den Gratulanten gehörten auch Kreispräsident Lutz Clefsen („Dieser MarktTreff belebt die Region, stärkt den ländlichen Raum!“), Amtsdirektor Andreas Betz, CDU-Landtagsfraktionschef Daniel Günther, die SPD-Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli und der Vorsitzende der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins, Hermann-Josef Thoben.

Die Gemeinde Sehestedt hatte im November 2015 den Zuwendungsbescheid vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) erhalten. Bewilligt wurden Mittel der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) in Höhe von insgesamt 750.000 Euro bei Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro.

 

Viele der Gäste waren sich am offiziellen Eröffnungstag einig: Die „Currywurst mit Panoramablick“ hat mit dem an der meistbefahrenen Wasserstraße der Welt gelegenen neuen MarktTreff als multifunktionalem Dorfzentrum noch einmal an Qualität gewonnen. Für die mehreren hundert Besucher gab es kostenlos Hot Dogs, Getränke, natürlich Wurst und Pommes frites. „Ihr könnt essen, soviel ihr wollt“, forderte Bürgermeisterin Koop Einheimische und Gäste auf, mahnte aber zugleich und lächelte dabei: „Nichts in Tupperdosen mit nach Hause nehmen!“


Ein Lebenstraum in Kombination mit MarktTreff:
Ehepaar plant Projekt für Familien sterbenskranker Kinder

G e l d e r n   MT 28.02.2017 – Kerstin und Marc Hemmersbach haben einen Traum – und zu seiner Verwirklichung dieses Traumes zieht es das Paar aus dem westlichen Nordrhein-Westfalen nach Schleswig-Holstein: Dort wollen sie möglichst nahe der Ostseeküste eine kompakte Ferienanlage schaffen, in der Geschwisterkinder von sterbenskranken Kindern mit ihren Familien Urlaub machen können. „Und dieses Projekt können wir uns gut in Kombination mit einem MarktTreff mit Dorfladen und sozialem Treffpunkt vorstellen“, sagt Marc Hemmersbach, der wie seine Frau viele Jahre lang Kinder und deren Familien als Sterbebegleiter unterstützt hat.

 

„Doch ab dem Zeitpunkt, an dem wir selbst ein Kind verloren haben, konnten wir dies seelisch einfach nicht mehr“, sagt der 45-jährige Förderexperte der Stadtwerke Willich. „Aber ein Ehrenamt - das wir aus Überzeugung begonnen haben – ganz aufzugeben, kam für uns nicht in Frage. Seitdem kümmern wir uns um die gesunden Geschwisterkinder, die in den betroffenen Familien leben.“

 

So rief das Ehepaar ihr Projekt „Träume für Kinder“ (www.traeume-fuer-kinder.de) ins Leben. Kerstin und Marc Hemmersbach möchten dazu beitragen, dass die Eltern der sterbenskranken Kinder auch den Geschwisterkindern wieder mehr Aufmerksamkeit schenken können. „Aufgrund der oft schwierigen finanziellen Situation in den betroffenen Familien ist meist nicht einmal Geld für ein Eis oder einen Kinobesuch vorhanden. Wie soll sich die Familie da eine dringend benötigte Auszeit leisten können?“

 

In vergangenen Jahren hatten die Hemmerbachs bereits immer wieder Aktionen speziell für Geschwisterkinder veranstaltet. „Wir wollten jeweils eine kleine Ablenkung vom Alltag geben“, erklärt Marc Hemmersbach, der mit gerade einmal Mitte 30 schon mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. „Wir haben immer wieder festgestellt, wie sehr die Kinder diese Auszeiten genießen und gemerkt, wie gut es den Kindern tut, auch wieder einmal im Mittelpunkt zu stehen.“

 

Dies brachte das Ehepaar Hemmersbach auf die Idee, eine Ferienanlage für diesen Zweck zu entwickeln und zu realisieren. Marc Hemmersbach: „Sie soll vorrangig durch Spendengelder finanziert werden.“ Den Grundstock haben die Hemmersbachs bereits selbst dadurch gelegt, dass sie ihr Eigenheim verkauften und den Erlös in das Projekt einbrachten. Für die Umsetzung haben sie die „Träume für Kinder - gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)“ im Oktober 2015 gegründet.

 


Mittlerweile ist die Idee dahingehend gereift, dass Kerstin und Marc Hemmersbach entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste („möglichst nicht mehr als fünf Kilometer vom Meer entfernt“) einen geeigneten Standort für ihre Ferienanlage suchen, „die wir gern mit einem Dorfladenkonzept verknüpfen wollen“. So seien sie auf das Projekt MarktTreff gestoßen, das mit seiner Multifunktionalität und seinem sozialen Ansatz gut mit ihrem Vorhaben kombinierbar sei. „Wir würden uns daher sehr freuen, wenn sich eine Gemeinde in Schleswig-Holstein für unser Gesamtprojekt interessieren würde.“ Aber warum gerade Schleswig-Holstein? „Aus klimatischen Gründen möchten wir eine erste Ferienanlage an der Ostsee realisieren. Auf lange Sicht wäre unser Traum, das Projekt gern auf andere Standorte in Deutschland auszuweiten.“