MarktTreffs sichern einen guten Start in die Schulzeit
Kiel MT 12.08.2010 - Sommerzeit ist Ferienzeit. Doch auch die Ferien gehen einmal zu Ende - am 23. August beginnt für die Kinder in Schleswig-Holstein das nächste Schuljahr und für viele ABC-Schützen ein ganz neuer Lebensabschnitt. Die MarktTreffs bieten neben Schulsachen auch kleine Überraschungen zur Einschulung, viele gesunde Pausensnacks und einen eigenen MarktTreff-Stundenplan.
Im MarktTreff Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) klingen die Ferien erst langsam aus: immer noch gehen Sandspielzeuge, LKWs, Schubkarren und Planschbecken über die Ladentheke. Aber auch für den Schulstart ist inzwischen gesorgt: MarktTreff-Leiter Alf Schmidt hat eine breite Palette an Schreibwaren vorrätig.
Birgit Kophstahl von der Gaststätte „Zum Fuchsbau" im MarktTreff Tetenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg) hat aus Anlass von Einschulungen bereits die ersten Partyservice-Bestellungen entgegengenommen. Sie sorgt damit bei vielen Familien für eine entspannte und gelungene Einschulungsfeier.
In Witzwort (Kreis Nordfriesland) können sich insgesamt 29 Schulanfänger auf Überraschungspakete mit kleinen Präsenten, Stiften, Süßigkeiten und einem gesunden Frühstücksapfel freuen. Zusätzlich gibt es weitere Schulartikel, die in enger Abstimmung zwischen MarktTreff Betreiber Maik Schultze und der örtlichen Schule zusammengestellt werden.
Eine schöne Auswahl an Schulrucksäcken hat Matthias Baasch, MarktTreff Probsteierhagen (Kreis Plön) jetzt neu im Angebot. Dazu gibt es das komplette Schreibwaren-Programm und natürlich Naschwaren für die Zuckertüte.
Vom MarktTreff Steinfeld (Kreis Schleswig-Flensburg) erhalten die Erstklässler zur Einschulungsfeier eine Schultüte überreicht, gefüllt mit Reflektoren für die dunkle Jahreszeit, Pausensnacks, Malbüchern und Buntstiften.
Für die Kinder in Gülzow (Kreis Herzogtum Lauenburg) beginnt das neue Schuljahr auf anderen Schulen im Umland, da deren Schule mit Ablauf des letzten Schuljahres geschlossen wurde. Dieser Umstand wird von der Gemeinde sehr bedauert. Es gibt bereits eine Interessengemeinschaft, die alternative Möglichkeiten für einen Schulbetrieb in Gülzow prüft. Detlev Schweim, Betreiber des MarktTreffs, hat Schulsachen, wie Füller und Hefte natürlich weiterhin im Sortiment.
Ein buntes Festwochen-Programm anlässlich des 5-jährigen Bestehens des MarktTreffs fand am Sonntag, den 8. August mit dem ersten Oldtimer Treckertreffen in Gülzow einen gelungenen Ausklang. „Wir wurden förmlich überlaufen und hatten unsere Mühe, noch nachträglich Grillwürstchen zu ordern. Mit 30 Traktoren haben wir gerechnet - tatsächlich kamen 108! Eine tolle Veranstaltung für die Region", resümiert Schweim.
Nahversorgung ist ein wichtiges Element für starke Regionen
Kiel MT 15.07.10 - MarktTreff ist ein erfolgreiches Modell für die Grundversorgung in einzelnen ländlichen Gemeinden. Heute steht die Versorgung jedoch auch aus regionaler Sicht vor neuen Herausforderungen. Außer Einkauf und Treffmöglichkeit rücken zunehmend die Themen Gesundheit, Bildung und soziale Dienste in den Fokus. Wie können regional vernetzte Angebote aussehen? Wie kann die Marke „MarktTreff" hier sinnvoll erweitert werden? Antworten hierzu gibt eine Interviewserie - Torsten Sommer vom Regionennetzwerk Schleswig-Holstein erläutert seine Sicht.
Frage: Welche Bedeutung hat die Nahversorgung in den AktivRegionen?
Sommer: Zunächst einmal: Die 21 AktivRegionen stärken die Zukunftsfähigkeit der ländlichen Räume Schleswig-Holsteins. Je nach regionaler Ausprägung werden ganz unterschiedliche Schwerpunkte verfolgt. Neue Arbeitsplätze, Klimaschutz und regenerative Energien, Demografie, touristische Infrastruktur bis hin zu Reit- und Radwegen - um nur einige Felder und Themen zu nennen. Natürlich gehört zu einem attraktiven Lebensumfeld auch die regionale Versorgung. Und hier meine ich sowohl die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs als auch die Versorgung im weiter umfassenden Sinne.
Frage: Sie kennen die Projekte der AktivRegionen aus Ihrer täglichen Arbeit. Können Sie uns einige Beispiele nennen?
Sommer: Auf
MarktTreff kommen wir sicher noch zu sprechen. Wenn ich an Versorgung im
weiteren Sinne denke, hier einige Beispiel dafür: In Nordfriesland setzt sich
die Region sehr engagiert mit den Herausforderungen der Demografie auseinander.
Als eines der ausgezeichneten Bundesleitprojekte „Region schafft Zukunft" wird dort
über die Auswirkungen von Älterwerden und mögliche neue Angebote nachgedacht.
Mobile Lösungen könnten eine Antwort sein. Vielleicht mit Einkaufen, sozialer
Beratung, niedrigschwelligen Gesundheitsdienstleistungen.
In der Region Hügelland am Ostseestrand arbeitet man an einem Modell AktivTreff.
Dabei geht es um ein aktives Netzwerk für Familien, Kinder, Senioren und
Behinderte - alle gemeinsam nutzen eine Anlaufstelle, den AktivTreff.
In Mittelholstein werden die Bereiche Bildung und Gesundheit bearbeitet - das
geht von der Ernährungsberatung über die Vernetzung der regionalen Akteure bis
zur Auszeichnung besonders „gesunder" Einrichtungen.
In der Holsteinischen Schweiz fällt mir Hof Viehbrook ein: ein
Leuchtturmprojekt mit Bauernhof, Kindergarten, Gaststätte, eigenem Backhaus.
Und jetzt denkt man dort auch über einen MarktTreff nach. Das würde sicher gut
passen und die Attraktivität noch steigern.
Frage: Gibt es einen Austausch der AktivRegionen mit entsprechenden Lokalen Aktionsgruppen in anderen Bundesländern?
Sommer: Ja, durchaus. Gerade hatten wir eine Delegation aus Brandenburg zu Gast, die sich mehrere Tage lang in den AktivRegionen Alsterland und Holsteins Herz sowie bei landesweiten Projekten wie MarktTreff informiert haben. So ein Austausch ist für alle Beteiligten sehr fruchtbar - und zeigt zum anderen, dass wir in Schleswig-Holstein mit unseren AktivRegionen auf einem guten Weg sind.
Frage: Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren der AktivRegionen?
Sommer: Das Modell
AktivRegion ist zuallererst ein Beteiligungsprozess. Von daher steht und fällt
es mit dem Engagement der Menschen. Ganz bewusst hat man ja unterschiedliche
gesellschaftliche Gruppen zusammengebracht. Mit dem Vorteil, dass die Menschen
von den unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen profitieren. Auch
erhalten sie über die AktivRegionen die Möglichkeit, mit zu entscheiden und darüber
die Entwicklung in der eigenen Region mit zu gestalten. Das klappt schon ganz
gut und ist mittelfristig ein echter Erfolgsfaktor. Ganz wichtig ist dabei
natürlich die professionelle Begleitung durch die jeweiligen Regionalmanager,
denn bei ihnen laufen die Ideen und Fäden zusammen.
Und natürlich ist AktivRegion auch eine „Förderkulisse". In Zeiten leerer
Kassen ein unschätzbares Angebot, sinnvolle Projekte - seien sie groß oder klein
- anzuschieben und zu fördern.
Frage: Welche Rolle sehen Sie dabei für MarktTreff? Und was könnte aus Ihrer Sicht noch verbessert werden?
Sommer: MarktTreff
ist heute ja schon ein erfolgreiches Modell für die Grundversorgung mit
unterschiedlichen Angeboten und Gewichtungen. Ich persönlich kenne einige der
Betreiber, denn wir sind häufig gemeinsam auf Messen und Veranstaltungen
präsent. Bei aller Anerkennung für die tägliche Arbeit vor Ort und die
herausragende Stellung des Konzeptes MarktTreff: Man sollte das Modell nicht
überfordern.
Konkret: MarktTreff kann neben dem Einkaufen und Treffen nicht alle weiteren
Herausforderungen in kleinen Gemeinden lösen. Bildung, Gesundheit, Soziales
verlangen aus meiner Sicht eigenständige Strategien und Wege. Vielleicht können
wir da gemeinsam etwas Neues entwickeln.
Ich wünsche mir, dass wir die Kommunikation mit den Regionalmanagern und den
AktivRegionen zu diesen Themen intensivieren. Vielleicht können wir so ein
erstes regionales Versorgungsnetz anstoßen. Den Versuch ist es allemal wert.
Torsten Sommer ist Leiter der Vernetzungsstelle Schleswig-Holstein, einem Netzwerk für die koordinierte Zusammenarbeit der 21 LAG AktivRegionen im Land. Durch seine Arbeit für die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e. V. und seine vorherige Tätigkeit als selbständiger Regionalplaner kennt er die Herausforderungen der ländlichen Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven.


