MarktTreff auf der Norla: Netzwerk-Arbeit am
Stand der Akademie für die Ländlichen Räume

R e n d s b u r g   MT 12.09.2017 – Auf der größten Landwirtschafts- und Verbrauchermesse in Norddeutschland, der Norla 2017, präsentierte sich erneut das Projekt MarktTreff Schleswig-Holstein. Am Stand der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins (ALR), die in diesem Jahr ihre Schwerpunkte auf Fördermöglichkeiten, AktivRegionen digital und Nahversorgung legte, ging es in Fachgesprächen um die Möglichkeiten, Projekte in den AktivRegionen umzusetzen und die MarktTreffs zu stärken.

 

Die 68. Norla erwies sich mit rund 70.000 Besuchern wieder als Besuchermagnet. Mit 600 Ausstellern wurde dieses Jahr sogar ein Rekord verzeichnet. „Der Regen führte teilweise zu sehr vollen Hallen, der uns Besucher für viele interessante Gespräche an unseren Stand brachte“, so Torsten Sommer, Manager der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins.

 

Rege Nachfrage herrschte am Stand der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins, an dem in diesem Jahr auch das Projekt MarktTreff wieder vertreten war.

 
Austausch über aktuelle Entwicklungen: Kerstin Rönick vom MarktTreff-Projektmanagement und Kaufmann Volker Stiefel, der Läden in Hohn und Tetenhusen betreibt.

  Verbunden mit einer aktuellen Befragung der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins zum Leben auf dem Land war auch die Chance, attraktive Preise zu gewinnen.

Hermann-Josef Thoben, Vorsitzender der Akademie freute sich, der neuen Staatssekretärin Kristina Herbst aus dem Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration die Arbeit der Akademie und Kooperation mit dem Projekt MarktTreff vorzustellen. „Bei der neuen Landesregierung sind wir mit den ländlichen Räumen ja neu diesem Ministerium zugeordnet. Daher ist es der Akademie ein besonderes Anliegen, unsere Inhalte und Aktivitäten zu zeigen.“ In diesem Rahmen brachten Michael Helten und Yannek Drees als Vertreter der Eider-Treene Sorge-Region der Staatssekretärin auch die Arbeit der AktivRegionen in Schleswig-Holstein beispielhaft nahe.

 

Aktiv betreuten den Stand an den vier Messetagen unter anderen die Manager der AktivRegionen Ostseeküste, Eider-Treene-Sorge und Eider- und Kanalregion Rendsburg. Diese gaben Interessierten einen Überblick über die Projekte und konnten die Fragen der Besucher bestens beantworten. Zur Unterstützung kamen auch erfolgreiche Antragsteller – beispielsweise das Lachmöwentheater aus Laboe, das sein Haus mit bereitgestelltem Fördergeld modernisieren und erweitern möchte. Fördermittel halfen auch den Imkern des Landesverbandes Schleswig-Holsteins und Hamburg, die den Besuchern Interessantes zum Thema Bienenzucht erläuterten.

 


Zahlreiche Gespräche zu Themen der schleswig-holsteinischen ländlichen Räume gab es in der Norla-Halle 4 am Stand der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins.

Ein anderes Thema am Stand war die E-Mobilität in der Eider-Treene-Sorge-Region. Dort wurden ein Klimaschutz-Teilkonzept in vielen Zukunftswerkstätten erarbeitet und Ideen gesammelt für eine bessere und zukunftsfähige Mobilität. Yannek Drees, Mitarbeiter der AktivRegion, liegt dieses Thema besonders am Herzen. „Jetzt wird sich bei uns in der Region etwas bewegen: viele Maßnahmen wie Mitfahrbänke, Carsharing und bessere Verknüpfung von Bus und Rad sind erarbeitet, die durch neu einzuwerbende Fördergelder umgesetzt werden können.“

 

Der Messe-Samstag stand dann ganz unter dem Motto Nahversorgung. Dabei rückte insbesondere das schleswig-holsteinische MarktTreff-Modell in den Fokus. Viele Besucher blieben stehen und schauten auf der Karte nach ihnen bekannten MarktTreffs oder wollten wissen, ob es in ihrer Nähe einen gebe. Begeistert erzählten einige Standbesucher vom neu sanierten MarktTreff in Kirchbarkau. „Toll, wie sich das verändert hat. Besonders wegen der vielen regionalen Produkte kaufen wir gerne dort ein“, meinte eine Besucherin. Junge Frauen der Landjugend Dithmarschen erkundigten sich danach, ob es Chancen für Ihren Hofladen im Ort gibt, sich zu einem MarktTreff zu entwickeln.

 

Durch eine aktuelle Umfrage der ALR zum „Leben auf dem Lande“ gab es viele Anknüpfungspunkte für intensive Gespräche. Kerstin Rönick vom Projektmanagement MarktTreff: „Es wurde überwiegend Positives betont. Ruhe, Natur und Gemeinschaft zeichnen demnach das Dorfleben aus." Überraschend zeigte sich, dass es einigen wirklich schwerfiel, etwas Verbesserungswürdiges aufzuschreiben. Ines Möller von der ALR machte aber auch folgende Erfahrung: „In der Diskussion kamen die Themen schnell auf den Tisch. Besonders Kürzungen im Öffentlichen Personennahverkehr sind ein Problem. Zudem haben viele Dörfer keine Nahversorgung mehr im Ort und waren umso interessierter am Thema MarktTreff.“

 

„Es fiel auf, dass es aus Sicht vieler noch Verbesserungen im Bereich Kinderbetreuung geben muss“, resümierte Kerstin Rönick, „hier reichen anscheinend die Öffnungszeiten noch lange nicht aus, damit Frauen die Chance erhalten, Familie und Arbeitswunsch unter einen Hut zu bringen.“ Und Ines Möller ergänzte: „Die Auswertung der Fragebögen kann also noch einiges Neues bringen, was es als ALR anzupacken gilt.“

 

Die Vielfältigkeit dessen, was die Akademie für die Ländlichen Räume an ihrem Stand präsentierte, zeigte weitere Verknüpfungsmöglichkeiten zu den MarktTreffs. „Es beweist sich immer wieder“, so Kerstin Rönick, „dass wir ein lernendes Projekt sind und davon profitieren, auf solchen Messen mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen.“


Todenbüttel: Staatssekretärin Kristina Herbst
eröffnet 38. MarktTreff
Diskussionsrunde mit Staatssekretär Jens Spahn
im MarktTreff Viehbrook

T o d e n b ü t t e l   MT 14.08.2017 – Groß war der Ansturm auf den neuen MarktTreff, den Staatssekretärin Kristina Herbst aus dem Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration (MILI) jetzt offiziell in Todenbüttel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) eröffnete. Damit ist der 38. MarktTreff in Schleswig-Holstein an den Start gegangen.

 

„Es war nicht immer ein einfacher Weg“, sagte Bürgermeister Otto Harders rückschauend. Aber schließlich sei das Projekt sehr engagiert umgesetzt worden. „Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken – gerade auch bei Bürgerinnen und Bürger -, die sich so intensiv in die Entwicklung unseres MarktTreffs mit eingebracht haben.“ Die 1.070 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Gemeinde Todenbüttel stärkt mit der Kombination aus Lebensmittelgeschäft, Bäcker mit Café, Sparkassenautomat, Elektro-Tankstelle und Treffpunkt ihren Ortskern. „In Todenbüttel ist es gelungen, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein überzeugendes MarktTreff-Konzept zu entwickeln und sogar Impulse für die Beseitigung von Leerständen im Ort zu geben“, betonte Staatssekretärin Kristina Herbst.

 

 

 

Vor dem Portal des neuen MarktTreffs Todenbüttel (von links): Amtsdirektor Stefan Landt (Amt Mittelholstein), Staatssekretärin Kristina Herbst, Todenbüttels Bürgermeister Otto Harders, MarktTreff-Kaufmann Felix Buttenschön und Kreispräsident Lutz Clefsen (Kreis Rendsburg-Eckernförde)    Im Gespräch (von links): Staatssekretärin Kristina Herbst, Todenbüttels Bürgermeister Otto Harders und Kreispräsident Lutz Clefsen (Kreis Rendsburg-Eckernförde)
 
Zahlreiche historische Fotos aus Todenbüttel hängen im Treffbereich des neuen MarktTreffs – und regten gleich zu Diskussionen an.

  Kaufmann Felix Buttenschön führte Staatssekretärin Kristina Herbst (2. v. l.) durch den Lebensmittelladen des Todenbütteler MarktTreffs.
 
Sprachen über die Entwicklung ländlicher Räume: Staatssekretärin Kristina Herbst (rechts), Ralf Patock (Förde Sparkasse, links), MarktTreff-Projektleiterin Christina Pfeiffer und Referatsleiter Jürgen Blucha (Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration)

  Stephan Heuck, 1. Vorsitzender des SV Grün-Weiß Todenbüttel, sprach für den Sport und übergab ein Geldgeschenk, mit dem der Beamer im neuen Treffraum finanziert wurde.

 
Architekt Ulrich Steuber (rechts) überreichte den symbolischen Hausschlüssel an Bürgermeister Otto Harders, ...

  ... der ihn gleich an Kaufmann Felix Buttenschön weitergab.

Bereits 2013 gab es in der Gemeinde im Süden des Kreises Rendsburg-Eckernförde erste Überlegungen für einen MarktTreff. Mit intensiver Unterstützung durch Matthias Günther (RegionNord – Büro für Regionalentwicklung) wurden Ansätze diskutiert, Hürden erfolgreich genommen: Beim landesweiten Wettbewerbsverfahren um die EU-Mittel im Dezember 2015 wurde das Projekt ausgewählt, im Mai 2016 gab es vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) den Zuwendungsbescheid.

 

Insgesamt investiert die Gemeinde Todenbüttel rund 1,4 Millionen Euro in ihren MarktTreff, mit 750.000 Euro wird das Vorhaben über das Land mit Mitteln der Europäischen Union (ELER) aus dem Landesprogramm Ländlicher Raum gefördert. 43 Unternehmen waren am Bau beteiligt, „sehr viele von ihnen aus der unmittelbaren Region“, wie Bürgermeister Harders hervorhob.

 

„Wir freuen uns“, so Staatssekretärin Kristina Herbst, „dass Todenbüttel als neues Mitglied unserer landesweiten MarktTreff-Familie nun auf das starke Netzwerk zugreifen und sich zugleich selbst mit einbringen kann.“ Die Lebensmittelversorgung, die durch den MarktTreff an neuem Standort im Dorf erhalten bleibt, liegt in den Händen von Felix und Johanna Buttenschön, die als junges Betreiberehepaar den Laden führen. Den symbolischen Schlüssel, den die Architekten Ulrich Steuber und Heike Riedel, an Bürgermeister Harders übergaben, reichte dieser gleich weiter an Kaufmann Buttenschön. „Denn bei Felix bekommt ihr auch den Schlüssel für unseren neuen Treffraum“, erläuterte Otto Harders. Der Kaufmann nahm den Schlüssel ohne seine Frau in Empfang – denn die war bereits vorsorglich in der Klinik, da sie in diesen Tagen ein Kind erwartet ...

 

 
Mitten im Ortszentrum von Todenbüttel steht der neue MarktTreff.
  Lieferanten-, Dorf- und MarktTreff-Fahne wehen vor dem Nahversorgungs- und Treff-Zentrum nebeneinander im Wind.

 
Auch im modernen Ladengeschäft hängen über den Warenregalen historische Fotos aus Todenbüttel.

  Staatssekretärin Kristina Herbst und Christina Pfeiffer vom MILI (rechts) mit dem Hinweisschild, dass der MarktTreff Todenbüttel durch das Land Schleswig-Holstein gefördert wurde.

 
Amtsdirektor Stefan Landt (Amt Mittelholstein) betonte, dass Todenbüttel mit seinem MarktTreff eine Alleinstellung im Amtsbereich hat.

  Pastor Christoph Rothe bekannte, dass er am Morgen für bestes Wetter gebetet habe – anscheinend mit Erfolg.
 
Ralf Patock von der Förde Sparkasse übergab Bürgermeister Otto Harders einen Defibrilator für Feuerwehr und MarktTreff.

  sh:z-Journalist Hans-Jürgen Kühl (rechts) sprach mit Staatssekretärin Kristina Herbst (2. v. l.), Kaufmann Felix Buttenschön (Mitte), Bürgermeister Otto Harders und Christina Pfeiffer (MILI).

     
Architekt Ulrich Steuber, Matthias Günther (RegionNord) und Architektin Hilke Riedel (v. l. n. r.)

  Lauschten den Eröffnungsreden: Ralf Potack (Förde Sparkasse, links) und Bäckermeister Frank Martin aus Hohenwestedt, der mit einer vierten Filiale im Todenbütteler MarktTreff vertreten ist.

 
Beste Laune bei strahlendem Sonnenschein: Kreispräsident Lutz Clefsen (links) und Bürgermeister Otto Harders

  Bürgermeister Otto Harders verabschiedete Staatssekretärin Kristina Herbst nach der Eröffnung des MarktTreffs in Todenbüttel.

Auch in Todenbüttel habe sich gezeigt, unterstrich Staatssekretärin Kristina Herbst, dass die Entwicklung eines MarktTreffs sehr gut geeignet sei, Engagement der Bevölkerung für die Zukunft ihres Dorfes zu mobilisieren. „Beim MarktTreff geht es ja schließlich nicht nur um den Einkauf von Lebensmitteln.“ Das schleswig-holsteinische Erfolgsrezept MarktTreff basiert zum einen darauf, Einkaufen / Gastronomie, Dienstleistungen und Treffpunkt (3-Säulen-Konzept) zu bündeln, zum anderen auf der engen Partnerschaft zwischen Gemeinde, Betreiber, Vereine, Verbände sowie Bürgerinnen und Bürgern. Sie alle hätten in Todenbüttel viele Ideen und Angebote entwickelt, unterstrich die Staatssekretärin, die bereits jetzt oder Schritt für Schritt im MarktTreff umgesetzt werden könnten.

 

Derzeit sind zwei weitere MarktTreffs in Bau: in Wiemersdorf (Kreis Segeberg) und auf Hallig Hooge (Kreis Nordfriesland). Von den 38 bestehenden MarktTreffs musste noch keiner dauerhaft geschlossen werden. Krisen wurden bisher stets gemeinschaftlich bewältigt. „Wichtig ist in jedem Fall“, so Staatssekretärin Kristina Herbst, „dass Gemeindepolitik, Betreiber, Bewohner und Bewohnerinnen einen MarktTreff als eine dauerhafte Aufgabe betrachten, die aber eine große Chance bietet: gemeinsam Lebensqualität im Dorf zu erhalten und zu stärken.“ Darauf ging auch Kreispräsident Lutz Clefsen in seinem Grußwort ein: „Jetzt müssen Sie auch ihren MarktTreff kontinuierlich nutzen und hier einkaufen!“

 

 

MarktTreff-Premiere für Staatssekretär aus Berlin

 

V i e h b r o o k – In der Veranstaltungsreihe „Land.Leben.Zukunft.“ des MarktTreffs Viehbrook ging es jetzt um eine Berliner Politiksicht auf ländliche Räume und die ländliche Entwicklung. Jens Spahn (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, war der Einladung von Hof- und MarktTreff-Betreibern Kirsten Voß-Rahe und ihrem Mann Christian Rahe sowie CDU-Bundestagskandidatin Melanie Bernstein in die Gemeinde Rendswühren (Kreis Plön) gefolgt, um seine Einschätzung von Chancen und Herausforderungen gerade für die ländlichen Räume zu erläutern und sich der Diskussion zu stellen. Dabei ging es um Themen wie demografischer Wandel, Bildung, Straßenbau, Naturschutz und Mobilität.

 

   
Diskussionsrunde in Viehbrook mit Melanie Bernstein, Staatssekretär Jens Spahn, Kirsten Voß-Rahe und Christian Rahe (v. l. n. r.)

  Staatssekretär Jens Spahn vor dem MarktTreff-Hofladen mit Kirsten Voß-Rahe

In der Diskussion griff Spahn das Themenfeld Nahversorgung auf, das in seiner Heimatregion – „ich komme aus einem ländlichen Raum Nordrhein-Westfalens an der niederländischen Grenze“ – auch durch engagierte Bürgerinnen und Bürger in genossenschaftlicher Form angepackt werde. Dies sei aber oft nicht einfach, da die Menschen trotz direkter Beteiligung am Dorfladen nicht in „ihrem“ Geschäft einkaufen würden. Das Erfolgsmodell MarktTreff aus Schleswig-Holstein, das auf das 3-Säulen-Konzept setzt, war dem 37-jährigen Staatssekretär bisher nicht bekannt. Nach seinem Besuch in Viehbrook ist dies anders ...