LandFrauenTag 2013:
Frauen-Power bei den MarktTreffs

N e u m ü n s t e r   MT 22.05.2013 – Diese geballte Ladung Frauen-Power hat bereits Tradition: Rund 1.600 Frauen aus den ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins kamen in diesem Jahr erneut zum LandFrauenTag in den Neumünsteraner Holstenhallen zusammen - und widmeten sich dieses Mal einem ausgesprochen männlichen Thema. Auch das MarktTreff-Projekt, mit dem der LandFrauenVerband partnerschaftlich verbunden ist, war wieder präsent.

 

Mit „Coole Kerlchen in der Klemme – Wie retten wir unsere Söhne?" war der Festvortrag von Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer überschrieben, der in einer Aufklärungskampagne erreichen möchte, dass Männer lernen, aus ihrem Erstarrungspanzer auszubrechen, Gefühle zu zeigen und so zu besseren Vätern zu werden. Auf ausgesprochen positive Resonanz traf Pfeiffer mit seinen Vorschlägen, die schlechter werdenden schulischen Leistungen von Jungs durch mehr Vater-Liebe und breitere, qualitative Nachmittagsangebote in Ganztagsschulen zu steigern. Dabei verstand er es, gerade mit eigenem Familienerleben charmant die LandFrauen und ihre zahlreichen Ehrengäste in den Bann zu schlagen.

 
 
 
Prof. Dr. Christian Pfeiffer
Kriminologe Prof. Dr. Pfeiffer hielt den Festvortrag auf dem LandFrauenTag 2013.

 

Ministerpräsident Torsten Albig hatte zuvor das Engagement der schleswig-holsteinischen LandFrauen gewürdigt. In 178 Ortsvereinen sind derzeit rund 35.000 Mitglieder engagiert. Der Verband sei der größte Bildungsträger für Frauen im ländlichen Raum. „Damit leisten Sie unverzichtbare Arbeit", betonte Albig. Der Ministerpräsident rief die LandFrauen dazu auf, ihre Ideen und Projekte auch in die Politik einzubringen. Der Unternehmergeist und die Kreativität der LandFrauen sicherten Wirtschaftskraft im ländlichen Raum und stießen neue, wegweisende Entwicklungen an. So gebe es in den ländlichen Regionen Bildungs- und Erlebniszentren auf dem Bauernhof, Kochschulen oder Hofcafés.

 

Zu den Stammbesucherinnen am MarktTreff-Stand zählten in diesem Jahr wieder Marga Trede, Präsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein, ihre Stellvertreterin Birgit Feddersen und Hauptgeschäftsführerin Ulrike Michaelsen. Zudem informierten sich viele LandFrauen über den aktuellen Projektstand oder berichteten, dass sie MarktTreffs aus ihren eigenen Dörfern kennen oder in Nachbargemeinden gerade entsprechende Nahversorgungszentren entstehen würden. Und natürlich schauten LandFrauen wie Anne Thom vom LandFrauenVerein Kappeln, Dorothea Storm vom LandFrauenVerein Kirchbarkau und Umgebung sowie Rosita Ernst-Thoroe vom LandFrauenVerein Jörl vorbei, die alle das MarktTreff-Projekt bereits mit auf der internationalen Grünen Woche in Berlin präsentiert haben. „Wir freuen uns immer sehr, dass MarktTreff jedes Jahr zum LandFrauenTag als beispielhaftes Projekt eingeladen wird", sagte Projekt-Initiatorin Christina Pfeiffer vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume.


Einen Extra-Besuch stattete die junge Artisten-Truppe des Circus Ubuntu dem MarktTreff-Stand ab: Nach mehreren Vorführungen auf der Hauptbühne machte Trainer Sebastian „Fido" Geissler mit seiner Crew kurz Station beim MarktTreff. „Schließlich haben wir schon gemeinsam Schleswig-Holstein in der Bundeshauptstadt und im EU-Parlament in Brüssel präsentiert." 

 
   

 


Jetzt wird durchgestartet – MarktTreffs bauen mit viel Energie

K i e l MT 08.05.2013 - Der lange Winter hat viele Baustellen lahmgelegt - dies gilt auch für die MarktTreffs in Heidgraben (Kreis Pinneberg) und Wester-Ohrstedt (Kreis Nordfriesland). Jetzt werden die Verzögerungen mit verstärkter Energie aufgeholt.

 

Rund 60 Gäste aus Politik, Verwaltung, von örtlichen Vereinen und interessierte Bürger lauschten einem launigen Bürgermeister Udo Tesch bei der Grundsteinlegung für den neuen MarktTreff Heidgraben: „Schnee und Frost haben die Arbeiten um etwa zweieinhalb Monate verzögert." Jetzt sei man sehr glücklich, dass endlich gebaut werden könne. Gesagt, getan - und so griff Udo Tesch bei der Grundsteinlegung selbst zur Maurerkelle. Denn für den Heidgrabener Bürgermeister ist der MarktTreff längst eine Herzensangelegenheit.

Das ambitionierte Bauprojekt beinhaltet einen Lebensmittelladen mit Backshop und Cafe, einen Frisör sowie einen Treff- und Veranstaltungsbereich. Für ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm hat Tesch die Heidgrabener AWO gewonnen. „Für die Gemeinde soll sich der MarktTreff zu einem zentralen Ort mit vielen Veranstaltungen entwickeln", so Tesch. Dazu gehört ebenfalls ein Marktplatz mit Raum für Marktstände. Das 2,2 Millionen Euro kostende Leuchtturmprojekt des Landes Schleswig-Holstein wird mit 750.000 Euro aus EU-Mitteln gefördert - die Eröffnung ist für Oktober 2013 geplant. Um diesen Termin halten zu können, hat das Stader Bauunternehmen Lindemann sein Handwerkerteam verstärkt.

 

 

 

Wer derzeit durch Wester-Ohrstedt fährt, sieht einen hohen Kran - und nach Feierabend flattert daran eine große MarktTreff-Fahne. Bürgermeister Wolfgang Rudolph ist ebenfalls zuversichtlich, was die Eröffnung des neuen Dorfzentrums angeht: „Die Bauarbeiten sind in vollem Gange und fast täglich können wir Fortschritte beobachten. Natürlich sorgt der starke Baustellenverkehr für einige Behinderungen. Die Bürger tragen es mit Fassung, denn alle freuen sich auf die Eröffnung zum 1. November 2013." In Wester-Ohrstedt sind ein Lebensmittelmarkt mit Bäckereiangebot, Filiale der Husumer Volksbank und Treffmöglichkeiten geplant.

 

 

 


 

  
 
   Entwurfskizze des zukünftigen MarktTreffs in Schwesing

 

 

Die Vorfreude ist auch in der Nachbargemeinde Schwesing groß, die für ihren MarktTreff mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Treffpunkt jetzt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume das O.k. für den vorzeitigen Baubeginn erhielt. Die Kosten werden insgesamt auf rund 580.000 Euro geschätzt, die Baugewerke vor allem an Firmen aus der Region vergeben. Bereits sehr aktiv ist der Verein „MarktTreff Alte Schule Schwesing". So informiert er auf der Internetseite www.markttreff-schwesing.de über den aktuellen Baufortschritt.

 

 

 

 

Was der lange Winter nicht geschafft hat, verdanken die Bürgerinnen und Bürger in Hohenfelde (Kreis Plön) einem zusätzlichen Lärmschutzgutachten: Die Einweihung ihres MarktTreffs wird sich auf Frühjahr 2014 verschieben. Bürgermeister Heiner Övermöhle sieht darin aber auch einen Vorteil: Der Multifunktionstreff für mehr als 100 Besucher könne dann problemlos auch nach 22 Uhr geöffnet werden. Insgesamt plant die Gemeinde ein mit 1,3 Millionen Euro kalkuliertes Projekt: Der MarktTreff wird aus zwei mit einer Glaspassage verbundenen Baukörpern bestehen. Im hinteren Bereich soll ein neuer Lebensmittelmarkt auf einer Verkaufsfläche von 350 Quadratmetern entstehen mit Backshop sowie Geldautomat mit Kontoauszugsdrucker der VR-Bank. Der Treff- und Veranstaltungsbereich bekommt eine Fläche von rund 280 Quadratmetern - für die Bauphase soll ein Einkaufsservice angeboten werden.

 


     

Christina Pfeiffer, Projektkoordinatorin aus dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, sieht die Entwicklung optimistisch: „Die MarktTreffs, die zurzeit gebaut werden, ergänzen unsere Modellpalette in hervorragender Weise. Erstmals haben wir mit Wester-Ohrstedt und Schwesing eine interkommunale Kooperation dabei. MarktTreff bietet attraktive Nahversorgungsangebote für die Bürger und für Touristen und etabliert sich zunehmend als Impulsgeber neuer Entwicklungen in den Dorfkernen. Dazu zähle ich auch die Planung in Morsum auf Sylt." Dort werde das Muasem Hüs fit für die Zukunft gemacht: unter einem Dach Einkaufen, Bank, Gewerbe, Dienstleistungen, dazu ein Fahrstuhl und viele energetische Sanierungsmaßnahmen. „Sie sehen", betont Christina Pfeiffer, „die Gemeinden in Schleswig-Holstein arbeiten heute schon an den Themen von morgen."

Bürgermeister Sokoll (l.) und Rudolph aus Schwesing und Wester-Ohrstedt beim Spatenstich für das erste interkommunale MarktTreff-Projekt.